Idee und Gründung Sommer 1949Das Institut Finanzen und Steuern geht auf eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Vereinigten Wirtschaftsgebiets im Jahr 1948 zurück. In parlamentarischen und unternehmerischen Kreisen wie auch in der Finanzverwaltung erkannte man die Dringlichkeit einer Abkehr von der bisherigen klassischen Steuerpolitik. Diese sah ihre Aufgabe allein in einer rigorosen und kompromisslosen Sicherstellung des Gleichgewichts des öffentlichen Haushalts, indem sie eindimensional von der Ausgabenschätzung der öffentlichen Hand ausging. Dieser klassischen Steuerpolitik wurde als Idee eine bewegliche Steuerpolitik gegenübergestellt, bei der Steuergesetzgebung und Steuerverwaltungspraxis den Erfordernissen der jeweiligen wirtschaftlichen Situation angepasst werden sollten und gleichzeitig die Ausgabenschätzung der öffentlichen Hand in den Blick genommen wird. Die Initiative zu einer solch „beweglichen Steuerpolitik“ sollte ausgehen von einem „möglichst in lebensnaher Form arbeitenden Institut für Finanzen und Steuern“. Dieses sollte auf dem Gebiet des Finanz- und Steuerwesens notwendiges Material sammeln, zur gesetzgeberischen Verwertung wissenschaftlich verarbeiten und den interessierten Kreisen in Parlament und Wirtschaft laufend zur Verfügung stellen. Auch die Prüfung der öffentlichen Haushalte der Länder und Gemeinden sollte als vordringliche Aufgabe in den Arbeitsbereich des Instituts aufgenommen werden. Im Spätsommer 1949 fand die Gründungsversammlung des Instituts Finanzen und Steuern in Frankfurt am Main statt. Als Träger und Mitarbeiter des Instituts wurden im Sinne des angestrebten Interessenausgleichs Persönlichkeiten gewählt, die sich durch besondere Fachkompetenz wie auch ihre engen sachlichen und persönlichen Verbindungen zu allen Zweigen der Wirtschaft und zu den Dienststellen der Finanzverwaltung auszeichneten.
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